Merkels Lüge: Wie Europa über die Minsker Vereinbarungen getäuscht wurde

Quelle: www.globallookpress.com © Alexei Nikolsky/Kremlin PoolTreffen im “Normandie-Format” im Dezember 2019 in Paris: Wladimir Selenskij, Angela Merkel, Emmanuel Macron und Wladimir Putin (v.l.n.r.).
Von Lucas Leiroz
USA könnten laut Biden in Ukraine-Konflikt hineingezogen werden
Angebliche Verletzung des Luftraums: Polen bestellt russischen Geschäftsträger ein
Wladislaw Deinego ist sich sicher: “Merkel lügt”. Für den Außenminister von Lugansk war das Minsker Protokoll keine große Verschwörung des Westens, um der Ukraine Zeit zu verschaffen, sondern das Ergebnis gemeinsamer Bemühungen von Europäern und Russen, eine militärische Eskalation zu verhindern. Und das bringt uns zu einer Reihe von Überlegungen über den wahren Grund für das Scheitern der Minsker Abkommen.
Analyse New York Times bereitet Öffentlichkeit auf ukrainische Gebietsabtritte vor
Tatsächlich gab es nie wirklichen Respekt vor den Protokollen von Minsk. Kiew bombardierte weiterhin den Donbass und ermordete Zivilisten im Rahmen seines Projekts zur “Entrussifizierung” der Ukraine. Sicherlich nahm die Intensität der Kämpfe erheblich ab, eine wirkliche Einhaltung der Vereinbarungen wurde jedoch nie erreicht. Für Merkel ist dies ein Beweis dafür, dass Frieden nie ein Ziel war. Aber für Deinego, einen Diplomaten, der ebenfalls innerhalb der Kulissen der Verhandlungen agierte, ist dies lediglich ein Beweis für das Versagen Europas, seine eigenen Interessen zu wahren.
Frieden war damals in europäischem Interesse. Es gab noch keine massiven Sanktionen, die die russisch-europäischen Beziehungen untergruben, während alle Seiten von einem stabilen diplomatischen Dialog viel profitieren konnten. Wenn Kiew dazu ermutigt worden ist, die Minsker Vereinbarungen zu missachten und zu versuchen, den Donbass mit Gewalt “zurückzuerobern”, dann könnte der Agent, der dieses Chaos schürte, außerhalb des europäischen Kontinents zu finden sein.
Somit denken wir über die Rolle Washingtons nach. Als Führungsnation der NATO und unter Beibehaltung einer missbräuchlichen und halbkolonialen Beziehung zur Europäischen Union, sind die USA direkt für das Scheitern der Minsker Vereinbarungen und die Verschärfung der Ukraine-Krise verantwortlich. Ein Krieg mit Russland war schon immer Teil der US-amerikanischen und nicht der europäischen Pläne. Und eine vom Hass der Neonazis gegen das russische Volk fanatisierte Ukraine diente diesen Plänen perfekt. Da die USA nicht in der Lage waren, sich auf einen direkten Konflikt einzulassen, nutzten sie die Ukraine als Stellvertreter, um einen Krieg gegen Russland zu führen – ohne auch nur zu fragen, was die Meinung der Europäer dazu sein könnte.
So sehr die Minsker Vereinbarungen tatsächlich wie eine Art “vorübergehender Pakt” erscheinen, um den Krieg führenden Seiten “Zeit zu geben”, ist die Meinung von Insidern von entscheidender Bedeutung, um die wahre Natur der Protokolle zu klären. Nach Meinung von Deinego war der Wunsch nach Frieden aufseiten der Russen und Europäer real. Merkel hat vielleicht etwas anderes behauptet, um das wahre Ausmaß der deutschen und europäischen diplomatischen Schwäche nicht offenzulegen.
Die eigentlichen Schuldigen des Krieges sind die Neonazis in Kiew und ihre Sponsoren in Washington. Genau wie Russland ist Europa nur ein Opfer der Kriegspläne der NATO – aber im Gegensatz zu Russland hat die Europäische Union die amerikanischen Ränkespiele einfach passiv hingenommen und sogar beschlossen, diese zu unterstützen.
Ersterscheinung in englischer Sprache bei Strategic Culture Foundation.
Lucas Leiroz ist Journalist, Forscher am Zentrum für Geostrategische Studien und geopolitischer Berater.